Waffengesetz und Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Waffengesetz
WaffG und WaffVwV 2012
hrsg. Ostgathe/Hexels,
mit Einführung zur WaffVwV 2012
von Dr. Stefan Braun,
2012, ca. 400 Seiten, DIN A6
Preis: € 16,80
Das besondere Praxisbuch mit über 600 Stichwörtern und speziellem Aufbau; - ein Muss für jeden Praktiker des Waffenrechts!
„Keine Angst!" All Ihre Befürchtungen sind unbegründet, wenn Sie nach unserem Titel glauben, dass Sie hier wiederum ein Beitrag erwartet, der nur so mit Halbwahrheiten gespickt ist, wie es beim namensähnlichen Kontrahenten der Online-Ausgabe der ZEIT der Fall war („Schießen ist kein Menschenrecht", Quelle: zeit.de).
Lang und gründlich haben wir überlegt, ob wir hierzu überhaupt Stellung beziehen sollen, oder ob es nicht besser sei, zu ignorieren. Wir haben uns letztlich zur Stellungnahme entschieden, weil der Beitrag in ZEIT-ONLINE unseren Gerechtigkeitssinn als mit der Thematik Befasste in gehörigem Maße berührte und es einfach nicht sein darf, dass hieraus - ohne Chance auf Richtigstellung - Meinungsbildung entsteht.
Ein Plädoyer für Gesellschaft und Freiheit
Einseitige Berichterstattung bis hin zur aggressiven Meinungsmache und der Hang zur Polemik waren der ZEIT bislang nicht eigen, mochte man meinen, - jedenfalls bis zu diesem Beitrag von Roman Grafe vom 13.08.2010, der wohl auf gelungene Provokation setzt. Der gar nicht so ZEITgemäße Artikel schleudert nur so um sich mit Phrasen, die einen kausalen Zusammenhang von legalem Waffenbesitz und Amoktaten vorgaukeln wollen. Er reduziert alles auf eine denkbar einfache Formel, die immer wieder einmal wellenartig die Öffentlichkeit erreicht und danach mangels Logik - der Evolution sei Dank! - auch wieder abebbt.
Die Formel „Ohne legale Schusswaffen auch keine Amokläufe" ist wohl in ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung einer der fatalsten Theorien unserer Zeit. Denn sie täuscht wissentlich darüber hinweg, dass soziale Ursachen zu den Amokläufen geführt haben. Sie verwässert die Situation einer Gesellschaft, die im Werteverfall zu zergehen droht, - lenkt ab, von den Elternhäusern, die aufgrund der gesellschaftlichen Beanspruchung ihren Aufgaben nicht mehr gerecht werden können und lässt das dringend erforderliche IntensiveCare für innerlich um Hilfe schreiende Schüler in unseren Schulen völlig unbeachtet.
Es ist nur wenig verständlich, dass die Amokläufe vergangener Jahre nicht als Warnsignale einer krankenden Gesellschaft in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden, - dass sich nicht hierauf das politische und sonstige Engagement konzentriert, sondern es sich schlicht in Bestrebungen zu einem generellen Waffenverbot ergießt. Es ist nicht zu erklären! – Außer vielleicht aus dem Blickwinkel einer willkommenen Chance heraus, altbekannte, politische Ideologien wieder aufflammen zu lassen, auch wenn dies skrupellos auf dem Rücken der Gesellschaft ausgetragen wird. Ob man sich hier ernsthaft um die Gesellschaft sorgt? Wir meinen: „Nein!"
Es habe sich gar nichts geändert, schreit der Beitrag mit Wink zum Waffenrecht heraus! Hier seien nur einige Schwerpunkte genannt, die sich seither eben doch geändert haben:
. Unangekündigte Waffenkontrollen
. Biometrische Sicherungssysteme von Waffen- und Waffenschränken
. Strafbewehrung von Verstößen gegen Aufbewahrungspflichten
. Altersbeschränkung beim Sportschießen mit Großkaliberwaffen
Hier wurde also gewaltig etwas bewegt! Warum? – Weil es einfach ist, ein Gesetz zu machen und Restriktionen zu verfügen! Und was wurde zur Linderung der sozialen Ursachen für Amokläufe erreicht? Nichts, - rein gar nichts! - Weil es viel zu komplex und in diesen Zeiten vor allem zu teuer wäre, flächendeckende Verbesserungen im sozialen Bereich herbeizuführen. Da begnügt man sich lieber mit kostenlosen Elternbeiräten in den Schulen und feiert sie öffentlich als durchgreifenden Erfolg.
Unmittelbar herhalten für das politische Alibi muss also der legale Waffenbesitzer, dessen Rechte ohnehin eingeschränkt sind und der sich heutzutage in einem Dschungel waffenrechtlicher Restriktionen wiederfindet. Nur unter diesen Bedingungen ist Waffenbesitz in Deutschland - schon jetzt - überhaupt noch möglich!
Es muss deutlich gemacht werden, dass auch eine solch eng umgrenzte Freiheit keine absolute Sicherheit garantieren kann. Freiheit und Sicherheit konkurrieren stets; - obsiegt die Freiheit, hat die Sicherheit das Nachsehen. In einer freiheitlichen Ordnung aber, gehört es nun einmal dazu, dass Waffen - wenn auch in vertretbarem Maße reglementiert - besessen werden dürfen. Also besinnen wir uns auf das wahre Übel und achten die freiheitliche Privatsphäre des Einzelnen.
Die Achtung dieser Privatsphäre ist übrigens ein Menschenrecht, - zumindest als Grundfreiheit im Sinne der Europäischen Menschenrechtskonvention! Ein Gut, das es im Interesse einer freiheitlichen Grundordnung zu bewahren gilt!
„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
Es grüßt Sie herzlich 

